, Achim Rapp

Vespa World Days 2026

Mit den Vespas vom Rheintal nach Rom und zurück - Der Vespa Club Rheintal war dabei 💪

Vom 24. Juni bis 2. Juli 2026 machte sich der Vespa Club Rheintal mit vier Vespas auf den Weg zu den Vespa World Days nach Rom. Dabei waren Achim, Armin, Donat und Werner mit ihren modernen 300er Vespas.

 Bereits die erste Etappe hatte alles zu bieten, was das Herz eines Vespafahrers höherschlagen lässt. Vom Rheintal führte die Route durchs Prättigau und über das Stilfserjoch (Stelvio) auf 2'757 Meter Höhe nach Bormio, bevor wir unser Tagesziel Brescia erreichten. Kurvenreiche Passstrassen, eindrückliche Berglandschaften und unzählige Höhenmeter sorgten für einen perfekten Auftakt.

 Am zweiten Tag änderte sich die Landschaft komplett. Die Fahrt durch die weite Poebene war geprägt von Sonne, Hitze und endlosen Geraden. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch bei Mauro Pascoli in Ravenna. Seit über fünf Jahrzehnten gehört er zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Vespa-Welt. Sein Museum mit seltenen Originalen, liebevoll restaurierten Fahrzeugen und einzigartigen Sammlerstücken liess die Herzen aller Vespa-Fans höherschlagen. Den Abend liessen wir in einer kleinen Pension direkt am Meer ausklingen – inklusive eines erfrischenden Bads in der Adria.

 Die dritte Etappe führte über den Apennin. Landschaftlich wunderschön, fahrerisch jedoch anspruchsvoll. Viele Strassen befanden sich in einem schlechten Zustand. Schlaglöcher und beschädigte Fahrbahnen verlangten höchste Konzentration und oft war nur Schritttempo möglich. Um unser Tagesziel dennoch rechtzeitig zu erreichen, entschieden wir uns, die zweite Hälfte der Strecke über die Schnellstrasse zurückzulegen. Am Abend erreichten wir unser Agriturismo vor den Toren Roms.

 Von dort aus besuchten wir am Samstag die Vespa World Days – das eigentliche Ziel unserer Reise. Bei Temperaturen von gegen 40 Grad verwandelte sich der Anlass in eine regelrechte Hitzeschlacht. Tausende Vespas aus aller Welt, unzählige Clubs und eine einzigartige internationale Atmosphäre machten das Jubiläum dennoch zu einem ganz besonderen Erlebnis.

 Ein absolutes Highlight war die Fahrt mit unseren eigenen Vespen durch die Strassen Roms. Zwischen antiken Bauwerken, engen Gassen und dem lebhaften Verkehr fühlte man sich fast wie ein Römer. Ein Halt vor dem Kolosseum durfte selbstverständlich nicht fehlen und sorgte für Erinnerungsfotos, die wohl noch lange einen Ehrenplatz erhalten werden.

 Am Sonntag standen der Concours d'Elegance und das Treffen mit Vespa-Begeisterten aus aller Welt im Mittelpunkt. Natürlich durfte auch der obligate Banner- und Stickertausch mit anderen Clubs nicht fehlen. Es war beeindruckend zu sehen, mit welcher Leidenschaft historische und moderne Vespas gepflegt, restauriert und präsentiert werden. Die Begegnungen mit Gleichgesinnten machten einmal mehr deutlich, dass die Vespa weit mehr ist als nur ein Motorroller – sie verbindet Menschen über Länder- und Sprachgrenzen hinweg.

 Am Nachmittag tauschten wir das Grossstadtleben nochmals gegen das Meer und genossen ein erfrischendes Bad im Mittelmeer, bevor am nächsten Morgen bereits die Rückreise anstand.

 Diese führte zunächst entlang der berühmten Via Aurelia, einer der schönsten Küstenstrassen Italiens. Immer wieder eröffnete sich der Blick auf das Mittelmeer, bevor die Route durch die sanften Hügel der Toskana führte. Vorbei an Bolgheri mit seiner weltberühmten Zypressenallee erreichten wir Marina di Massa, wo wir nochmals direkt am Meer übernachteten.

 Ein weiterer Höhepunkt wartete am nächsten Tag mit den Cinque Terre. Kurvenreiche Strassen, spektakuläre Aussichtspunkte und der Blick auf die farbenfrohen Dörfer hoch über dem Meer machten diese Etappe zu einem der schönsten Abschnitte der gesamten Reise. Anschliessend führte unser Weg weiter ins Piemont.

 Die Landschaft wechselte erneut. Im UNESCO-Welterbe der Langhe reihten sich Weinberge und bekannte Weinorte wie Barolo, La Morra und Monforte d'Alba aneinander. Eine Region, die nicht nur landschaftlich, sondern auch kulinarisch zu den schönsten Italiens gehört. Am Nachmittag zeigte sich das Wetter erstmals von seiner rauen Seite. Eine dunkle Gewitterfront mit kräftigem Regen und Hagel zog direkt auf uns zu. Zum einzigen Mal während der gesamten Reise mussten wir unsere Regenbekleidung hervorholen – und waren am Ende doch froh, sie die ganze Tour mitgetragen zu haben. Wenig später erreichten wir Locarno und damit wieder Schweizer Boden.

 Die letzte Etappe führte uns von Locarno durchs malerische Bleniotal hinauf zum Lukmanierpass. Noch einmal durften wir die frische Bergluft, die eindrucksvolle Alpenlandschaft und die letzten Passkilometer unserer Reise geniessen. Über Disentis ging es weiter durch die beeindruckende Rheinschlucht – den «Swiss Grand Canyon» – bis nach Chur. Von dort führte die Route ein letztes Mal durchs Rheintal zurück an unseren Ausgangspunkt.

 Nach neun Tagen und über 2'500 Kilometern erreichten wir unser Ziel müde, aber glücklich und voller unvergesslicher Erinnerungen. Unzählige Kurven, beeindruckende Alpenpässe, mediterrane Küstenstrassen, historische Städte und traumhafte Landschaften lagen hinter uns. Das Schönste daran: Die gesamte Gruppe kehrte gesund, unfallfrei und mit vielen gemeinsamen Erlebnissen im Gepäck wieder nach Hause zurück.

Die Vespa World Days 2026 waren für den Vespa Club Rheintal weit mehr als nur ein Treffen. Sie waren das Ziel einer aussergewöhnlichen Reise voller gelebter Kameradschaft, unzähliger Gespräche unterwegs, hervorragendem italienischem Essen und spontanen Begegnungen mit Vespa-Begeisterten aus aller Welt. Eine Tour mit unvergesslichen Landschaften, besonderen Momenten und vielen Erinnerungen, die uns noch lange begleiten werden.

 

Grazie Italia – wir kommen wieder!

 

Vespa Club Rheintal